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    Alexander Becker (44), Montagearbeiter

    Alexander Becker leidet unter einer beidseitigen Hüftarthrose, die lange Zeit nicht erkannt wurde. Durch die mit der Arthrose verbundenen Schmerzen war er bei der Arbeit, die er als körperlich anstrengend beschreibt, sehr stark eingeschränkt. Er arbeitete trotzdem lange Zeit ohne Krankschreibungen weiter, nahm Schmerzmittel und rettete sich damit von Urlaub zu Urlaub.

    Ja, es war immer ein Retten bis zum nächsten Urlaub. Ich habe mir immer gedacht: dann wird es schon wieder besser, wenn ich wieder eine Woche Urlaub habe und so. Die Arbeit ist viel schwerer gefallen. Also lange stehen und gehen. Ich bin aber weiter zur Arbeit gegangen. Ich habe Schmerztabletten genommen, damit ich wieder zur Arbeit gehen konnte. Ich war in so einem Trott drin von der Arbeit her.

    An eine Reha hat er eigentlich nie gedacht, er sah sich mit seiner Diagnose nie als Zielgruppe für eine Rehabilitation. Seine Orthopädin regte den Antrag an.

    Weil man gedacht hat, das ist was für Rentner oder Leute, die operiert worden sind oder irgend so was. Aber nicht für Leute, die normal arbeiten und so. Ich hab mir gedacht für Kranke, die einfach dauerkrank oder lange krank sind und so.

    Die Antragstellung und das Verfahren verliefen reibungslos und zügig. Alexander Becker war vier Wochen in einer ambulanten Rehabilitationseinrichtung. Er sah die Bewilligung der Reha als seine letzte Chance, einer Hüftgelenksoperation zu entgehen.

    Herr Becker hebt vor allem die Anwendungen zum Muskelaufbau und die psychologische Gesprächsgruppen hervor. Gerade die psychologische Behandlung beeindruckte ihn sehr, da er hier lernen konnte, dass zwischen psychischer und körperlicher Gesundheit ein Zusammenhang besteht und chronische Erkrankungen mit einem ganzheitlichen Ansatz behandelt werden müssen. Darin sieht er auch Erfolgsfaktoren für seine Rehabilitation.

    Aber auch psychologische Gespräche und Stressbewältigung, das spielt schon alles eine Rolle, hab ich jetzt da erfahren. Ich muss sagen, das hat viel gebracht. Früher habe ich das immer belächelt, die Psychologengespräche. Aber das spielt alles eine Rolle, das Seelische. Es geht einem körperlich schlechter, wenn es einem psychisch schlechter geht. Ich hab mich selber wieder gespürt. Das Ganzheitliche einfach, nicht bloß einfach der Muskelaufbau, einfach auch die psychologischen Gespräche und Stressbewältigung und Ernährung - einfach das Ganzheitliche, weil man sich das auch mit nach Hause nimmt.

    Er hat weiterhin gelernt, was es bedeutet mit seiner chronischen Erkrankung zu leben und dass eine lebenslange Behandlung auch in der Zeit nach der Rehabilitation nötig bleibt.

    Also ich habe mir noch mehr erhofft, muss ich sagen, weil ich mir einfach gedacht habe, vielleicht wird es ja ganz, dass ich gar keine Schmerzen mehr habe. Aber so ist es nicht. Die Ärztin hat natürlich gesagt: "Als Arthrose-Patient können wir Sie nie gesund entlassen. Das wird nie ganz weggehen."

    Herr Becker möchte die Dinge, die er sich während der Zeit der Rehabilitation angeeignet hat, weiter umsetzen. Im Anschluss an die Reha hat er eine Reha-Nachsorge besucht. Er wird weiter das Fitnessstudio des Zentrums besuchen und geht regelmäßig walken. Nach der Rehabilitation hat er eine Wiedereingliederung absolviert. Derzeit ist er in Elternzeit und wird danach wieder Vollzeit in seinen Beruf arbeiten.

    Man stellt nicht sein Leben völlig um, aber man nimmt Sachen mit nach Hause. Aber ich hab auf alle Fälle erfahren, dass ich weiter dranbleiben muss.
    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
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    Erika Baum (57), Arzthelferin

    Erika Baum hatte sich das Waden- und Schienenbein gebrochen. Mit dem Bruch war eine Nervenverletzung verbunden, die dazu führte, dass sie ihr Bein nicht mehr belasten durfte. Vor dem Unfall war eine sie sehr aktive und sportliche Frau. Die Verletzung und ihre Folgen belasteten und verunsicherten sie. Sie hatte Befürchtungen, nie wieder Sport treiben oder Wandern zu können, Angst, dass jede Bewegung, jede Belastung des Beins schädlich wäre. Nach mehreren physiotherapeutischen Behandlungen kam es zu einem Behandlungsstillstand. Sie hatte das Gefühl, dass sie eigentlich viel mehr für ihr Bein tun müsse. Hinzu kam, dass in dieser Zeit ihre Schwester nach längerer Krankheit verstorben war. Dies erschütterte und belastete Frau Baum stark.

    Meine Psyche war vollkommen im Keller, weil ich nämlich Sport getrieben habe und zwar Laufen und das habe ich nicht mehr machen können und dann sind zusätzlich private Probleme noch gekommen: meine Schwester ist verstorben und das Laufen ist für mich das, wo ich Probleme verarbeiten kann.

    Zusammen mit ihrem Hausarzt, der sie auch bei Antragstellung kompetent unterstützte, entschied sie sich für eine ambulante Rehabilitation.

    Erika Baum wollte vor allem ihren Haushalt und ihre Arbeit wieder bewältigen können. Sie wollte wieder Sport treiben und die Unsicherheiten überwinden, was sie mit ihrem verletzten Bein tun kann.

    Aber vor allem Arbeit und meinen Haushalt wieder normal bewältigen zu können und mein Sport und wieder wandern zu dürfen. Nicht immer: darf ich, darf ich nicht, kann ich, kann ich nicht.

    Nach ihrer dreiwöchigen ambulanten Rehabilitation hebt Erika Baum insbesondere den Sport und die psychologischen Einzelgespräche hervor. Diese haben wesentlich zu einer Verbesserung der Beschwerden während der Reha beigetragen. Durch den Sport konnte sie Kraft auf- und Unsicherheiten abbauen. Außerdem lernte sie in der Rehabilitation viele Menschen mit ähnlichen Problemen kennen. So konnte man sich gegenseitig motivieren, es sind Freundschaften entstanden und man unternimmt auch heute noch gemeinsame sportliche Aktivitäten. Frau Baum hat an die Rehabilitation eine Reha-Nachsorge angeschlossen.

    Ich hab dann eben viel mehr Sicherheit bekommen. Ich war mir wirklich nicht so schlüssig, hält der Fuß das aus, hält er es nicht aus? Und eben durch die Reha, durch das Krafttraining, habe ich gemerkt, der hält ja noch viel aus, also viel mehr. Man hat ja das dann auch steigern können. Und das war natürlich halt am Anfang ganz wenig und war sehr mühselig gleich die erste Woche. Aber ich habe es geschafft und es ist immer, ja, jede Woche immer besser geworden. Wissen Sie, man hat dann auch abgeschaltet auf einmal. Der Kopf hat ja immer mitgespielt, "du hast ein verletztes Bein", "Du musst aufpassen". Aber durch die Reha, durch das ganze Training, hat man auf einmal irgendwie abgeschaltet. Und man hat mit Menschen zu tun gehabt, die haben ja auch Probleme gehabt, und dann hat man gemerkt, hoppala, deins ist ja gar nicht so schlimm. Und das spielt auch eine ganz große Rolle. Und dann hat man sich gegenseitig aufgebaut und man hat sogar ganz gute Bekannte, ja, so Art Freundschaften geschlossen.

    Erika Baum fühlte sich durch Reha psychisch und physisch erholt. Sie ist sich sicher, dass sich ohne die Rehabilitation ihre Probleme weiter verschlimmert hätten. Die Beschwerden haben sich umfassend reduziert. Das zeigt sich vor allem an ihrem Arbeitsplatz. Auch ihre Familie profitiert davon. Frau Baum fühlt sich zwar nicht wieder einhundertprozentig wiederhergestellt, es geht aber stetig bergauf. Sie sieht einen Zusammenhang zwischen der Verbesserung ihrer psychischen mit einer Verbesserung ihrer körperlichen Probleme. Das alles wird erst möglich, so Frau Baum, wenn im Zentrum eine gutes Reha-Team, eine adäquate Ausstattung und eine ganzheitliche Zusammenstellung der Anwendungen aufeinander treffen. Ganz entscheidend für den Erfolg ihrer Rehabilitation war sie selbst: Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen, Motivation und die eigene Einstellung.

    Erika Baum würde jedem, der sich in ihrer Situation befindet, zu einer Reha raten. Sie selbst will auch in Zukunft weiter aktiv bleiben, walken und vielleicht in diesem Jahr noch in den Ski-Urlaub fahren. Seit der Reha-Nachsorge arbeitet Frau Baum wieder in Vollzeit in ihrem Beruf. Ihr Vorgesetzter und ihre Kollegen unterstützten sie beim Wiedereinstieg ins Berufsleben.

    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
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    Boris Seidel (56), technischer Wartungsarbeiter

    Boris Seidel leidet unter starken Rückenschmerzen. Besonders stark waren seine Beschwerden beim Bücken und Heben schwerer Gegenstände. Mehrmals täglich nahm er Schmerzmittel ein, um arbeiten zu können. Seine Beschwerden führten dazu, dass Herr Seidel seine Stelle im technischen Dienst eines Verkehrsunternehmens verlor. Nachdem er über 6 Wochen lang krankgeschrieben war, erkundigte er sich bei seiner Hausärztin nach einer Rehabilitation.

    Ohne Schmerztablette konnte ich gar nicht anfangen zu arbeiten. Ich musste zwei-, dreimal pro Tag das Medikament einnehmen.

    Boris Seidel hat eine dreiwöchige stationäre Rehabilitation durchlaufen, die um eine Woche verlängert wurde. An die Rehabilitation schloss sich eine Nachsorge an, die er im Moment noch besucht.

    Er ging eher skeptisch in die Reha. Seine Erwartungen waren eher nüchtern. Während der Reha stellte sich aber ziemlich schnell eine deutliche Verbesserung seiner Beschwerden ein. Auf die Einnahme von Schmerzmitteln kann Herr Seidel nun weitestgehend verzichten. Insbesondere hebt er das wassergymnastische und das Training an den Geräten hervor. Der positive Effekt dieser Anwendungen auf seine Schmerzen hat ihn sehr überrascht.

    Es war viel mehr als ich erwartet habe. Ich bin sehr zufrieden. Ich habe was anderes erwartet. Das war für mich so eine Überraschung! So ein Unterschied war das. Das sage ich, ich habe mich viel gesünder gefühlt, körperlich gesünder, als vor der Kur. Ich kann nicht sagen, dass ich mich so ganz jung fühle und ganz gesund, aber es ist viel besser.

    Das Gerätetraining setzt Boris Seidel auch in der Nachsorge fort und wird es danach weiter in seinen Alltag einbauen. Die Rehabilitation konnte ihn nicht komplett heilen, aber er fühlt sich gesünder und sicherer im Umgang mit seinen Schmerzen. Vor dem Hintergrund der Schmerzreduktion und dem sicheren Umgang mit den Rückenbeschwerden sieht sich Herr Seidel gerüstet, nach Ende der Nachsorge wieder eine Arbeit aufnehmen zu können.

    Und nach der Reha kann ich noch sagen, dass ich mich viel sicherer fühle. Ich weiß jetzt, ich bin natürlich nicht zu alt, um zu Hause zu sitzen und zu stricken..
    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
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    Hauke Kleinhans (53), Landwirt

    Hauke Kleinhans litt unter den Folgen eines Bandscheibenvorfalls im Halswirbelbereich. Der Bandscheibenvorfall war die Folge eines Arbeitsunfalls. Herr Kleinhans hatte starke Schmerzen, Taubheitsgefühle in den Fingern und Schlafstörungen. Die Situation auf der Arbeit, die er sowohl als geistig als auch als körperlich fordernd beschreibt, und in der Familie war dadurch sehr angespannt. Durch eine Operation verschwanden die Schmerzen und auch die Taubheit beinahe vollständig. Zurück blieben starke Einschränkungen im Nacken- und Schulterbereich. Zusammen mit seinem Hausarzt entschied er sich für eine dreiwöchige ambulante Rehabilitation.

    Ich hatte keine Schmerzen mehr, sondern meine Beweglichkeit war sehr eingeschränkt gewesen, d.h., ich konnte nur sehr schlecht nach links und rechts gucken. Da ich aber beim Schlepperfahren und auch so im täglichen Leben meine Beweglichkeit brauche, was es für mich wichtig, die Rehabilitation zu machen.

    Herr Kleinhans wollte durch die Reha seine Beweglichkeit, die er für seine Tätigkeit braucht wiederherstellen. Er hebt neben Wassergymnastik und Massagen insbesondere die sensomotorischen Bewegungstherapien hervor. Die Übungen zur Stärkung der Haltemuskulatur, die Gleichgewichts- und Dehnungsübungen haben ihm am meisten geholfen. Sensomotorische Übungen hat er heute fest in seinen Alltag eingebaut.

    Ich würde sagen die Sensormotorik hat mir am meisten gebracht. Man steht da z. B. auf einem Bein, wie ein Flamingo und versucht das Gleichgewicht zu halten. So baut man Muskeln im Rücken und Hals auf und verbessert die Körperspannung.

    Damit Rehabilitation überhaupt erfolgreich sein kann, sagt Herr Kleinhans, müsse man erst einmal akzeptieren, dass man krank ist und die Dinge zu Hause und die Arbeit ohne einen weiterlaufen müssen. Erst dann könne man sich auf die Behandlungen und Therapien einlassen und sich um die eigene Gesundheit kümmern. So hat er für sich selbst seine Reha-Ziele erreichen können. Hauke Kleinhans arbeitet wieder in Vollzeit und beschwerdefrei in seinem Beruf.

    Erst einmal muss man geistig damit abschließen, dass man von zu Hause weg ist, aus dem Arbeitsleben raus ist und sich dann einfach mal auf Dinge einlässt, mit denen man sich vorher nie auseinandergesetzt hat. Sich mal um sich selbst kümmern, um dann auch wieder Kraft zu finden für das Arbeitsleben.
    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
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    Kirsten Wilde (55), MTA

    Kirsten Wilde leidet unter starken Schmerzen im Rücken und in den Knien. Auch psychisch war sie stark belastet: Sie fühlte sich überarbeitet und litt unter Stress. Dann wurde von ihrem Hausarzt auch noch Diabetes II diagnostiziert. Die neue Diagnose belastete sie so stark, dass sich ihre psychischen Probleme weiter verschlimmerten. Frau Wilde berichtet von Panikattacken und Albträumen. Oft hat sie ihre beruflichen Probleme abends mit nach Hause gebracht. Es folgten lange Krankschreibungen.

    Ich habe oft Albträume gehabt, konnte nachts nicht schlafen, weil ich Angst hatte. Dann war ich ungehalten meinem Mann gegenüber, bin oft ausgerastet. Er hat dann das, was sich bei mir am Tage angestaut hat, abends abbekommen. Ich war oft krankgeschrieben. Dann hab ich auch auf einmal diese Diagnose Diabetes II bekommen und das habe ich nicht gut verarbeitet, da habe ich richtige Angstzustände bekommen, wusste mit der Sache nicht umzugehen, hatte Panik.

    Zusammen mit ihrem Hausarzt beantragte sie die Reha. Für Kirsten Wilde war dies die zweite Rehabilitationsmaßnahme. Sie war vier Wochen stationär in einer Reha-Klinik untergebracht. Von der Reha erwartete sie sich eine Reduktion der orthopädischen Beschwerden, psychologische Unterstützung bei der Stressbewältigung und Hilfe, mit hohen Blutzuckerwerten umzugehen.

    Frau Wilde hebt insbesondere die Bewegungs- und Sporttherapien und die psychologischen Einzelgespräche positiv hervor. Diese haben dazu geführt, dass sie beinahe beschwerdefrei aus der Reha entlassen wurde. In Bezug auf die psychologischen Probleme halten die Effekte bis heute an.

    Da hat es mir erst mal gut getan, dass ich mich dort jemandem anvertrauen konnte. Die psychologischen Sitzungen, habe ich auch nach der Reha noch weitergemacht. Und das hält bis heute hin an. Ich habe eben gemerkt, dass wirklich Bewegung und Sport, das aktive Selbermachen und nicht immer nur "beturnt" werden oder Massage bekommen, das Ausschlaggebende ist. Dass das auch für meine Zuckerwerte besser ist und auch eben auch für das Wohlbefinden. Wenn ich Gymnastik selber mache, dann habe ich weniger Beschwerden mit meinem Körper, als wenn ich jetzt nur passiv mit Ultraschall oder mit Massage so was behandelt werde.

    Nach der Reha kehrte Kirsten Wilde an ihren Arbeitsplatz zurück. In körperlicher Hinsicht schwanken die Beschwerden. Frau Wilde hat ausgehend von ihren Erfahrungen in der Reha seitdem ihr Leben aktiver gestaltet. Sie macht gymnastische Übungen und walkt regelmäßig. Das ist ein Sport, der mir viel Freude macht. Außerdem hat sie ihre Ernährung komplett umgestellt.

    Frau Wilde stellt als ihren persönlichen Wirkfaktor den stationären Charakter der Reha in den Mittelpunkt. Ihrer Ansicht nach, könne man sich den gesundheitlichen Problemen nur vollständig widmen, wenn man komplett aus dem Alltag herausgelöst ist. Die eigene Offenheit und Motivation tragen für sie ebenfalls zum Reha-Erfolg bei.

    Was nützt mir die Kur, wenn ich jetzt dorthin komme und nichts mache, was sie mir dort anbieten? Ich muss das doch ausprobieren, ob mir das gut tut. Das weiß ich ja vorher nicht. Und ich habe das immer als gut empfunden, dass man wirklich sich da rein vertiefen kann und das bringt für mich viel mehr als wenn ich das nebenbei mache.

    Sie würde die Reha in jedem Fall weiterempfehlen und entkräftet dabei gleichzeitig Hindernisse, die einer Antragstellung im Weg stehen.

    Manche mögen das nicht, wenn sie so weit wegkommen. Oder das kostet ja auch was. Das schreckt auch viele ab. Oder die haben Angst, dass sie dann vom Arbeitgeber entlassen werden oder so was. Ich höre in meinem Umfeld ganz oft, dass sie die Familie nicht alleine lassen können, dass es Geld kostet, dass es vielleicht weit weg ist. Aber ich sage denen: "Man kann das alles regeln". Man kann das als Grund angeben, wo man hin will oder dass für die Familienangehörigen auch gesorgt ist.

    Kirsten Wilde möchte zum nächstmöglichen Zeitpunkt wieder eine Rehabilitation beantragen, so lange sie noch berufstätig ist, um fitter für den Job zu werden.

    Ich habe das ja schon zweimal gemacht und ich habe für mich jetzt immer festgestellt, dass es gut ist. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt würde ich das immer wieder beantragen. Solange wie ich noch im Arbeitsleben bin, damit ich länger fit bin.
    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
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    Katrin Larsen (53), Altenpflegerin

    Katrin Larsen leidet unter einer Arthrose in beiden Kniegelenken. Trotz einer Operation blieben die heftigen Schmerzen bestehen. Zusätzlich reagierte Frau Larsen allergisch auf das Metall im Kniegelenksersatz.

    Durch ihre Beschwerden fühlte Frau Larsen sich im Beruf weniger leistungsfähig. Sie brauchte Schmerzmittel, um arbeiten zu können. Auch ihre Familie und Freizeitaktivitäten litten darunter. Obwohl sie sich selbst als einen stressresistenten Menschen beschreibt, kam sie durch die gesundheitlichen Beschwerden an einen Punkt, an dem ihr alles über den Kopf zu wachsen schien.

    Ja, also im Beruf war man immer weniger leistungsfähig. Man hat nur noch mit Schmerzmitteln gearbeitet. Und ich war mit den Schmerzen auch zu Hause gefangen. Man hat die Familie, man hat den Mann, man hat Kinder, ich habe meine Haustiere. Es ist oft vorgekommen, dass man am liebsten alles in die Ecke schmeißen würde und sagen würde: "Verdammte Scheiße, es geht nicht!"

    Zusammen mit ihrem Hausarzt beantragte sie die Rehabilitation. Frau Larsen durchlief eine ambulante Rehabilitation, die drei Wochen dauerte. Von der Rehabilitation erhoffte sie sich eine Reduktion der Schmerzen und Beschwerden. Sie wollte wieder fit werden. Im Zentrum stand dabei der Wunsch, wieder vollständig in ihren Beruf zurückkehren zu können.

    Sehr schnell musste Frau Larsen jedoch anerkennen, dass es schwierig war alle diese Ziele komplett zu erreichen. Die Arthrose war bereits zu weit fortgeschritten. Gemessen an ihren damaligen Erwartungen, würde sie die Reha zwar als nicht erfolgreich bezeichnen, trotzdem haben ihr die drei Wochen sehr viel gebracht. Obwohl eine Reduktion der Schmerzen weitgehend ausblieb, hat Frau Larsen viel über ihre Erkrankung lernen können. Die Rehabilitation konnte ihr zeigen, welche persönlichen Ziele mit der Arthrose realisierbar sind, wie sie z. B. mit der Erkrankung leben und auch wieder arbeiten kann. Besonders geholfen haben ihr dabei die Gruppentherapien, Wassergymnastik und Bewegungstherapien, die sie jetzt auch weiter zu Hause durchführt.

    Die Bewegungstherapie, was man eben gelernt hat, wie man es am besten angehen kann. Das sind halt Sachen, die man zu Hause auch alleine weitermachen kann. Durch die Reha habe ich wirklich gesehen, wo meine Grenzen sind. Dass ich wahrscheinlich mit meinem Wunschdenken nicht weiterkommen werde. Aber ich habe halt meinen Dickkopf und ich sage: "Ich will aber!". Ich will zurück in meinen Job, weil mir das einfach Spaß macht.

    Als positive Faktoren für ihre erfolgreiche Reha nennt Frau Larsen vor allem die ganzheitliche Herangehensweise der Ärzte und Therapeuten. Diese nahmen sich viel Zeit für sie und haben ihre Beschwerden auch ernst genommen. Katrin Larsen absolviert gerade eine stufenweise Wiedereingliederung. Sie möchte wieder in Vollzeit an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
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    Joachim Wedel (41), Diplominformatiker - Teamleiter in einer Softwarefirma

    Joachim Wedel litt unter Beschwerden im Schulterbereich und hatte im letzten Jahr einen Bandscheibenvorfall. In den Wochen vor dem Bandscheibenvorfall hatten sich die Schmerzen in der Schulter stark verschlimmert. Am Arbeitsplatz hatte Herr Wedel ständig mit Schmerzen zu kämpfen, er litt unter Schlafstörungen und war oft gereizt. Dies übertrug sich auch auf seine Familie. Durch die Schmerzen fühlte er sich in Bezug auf sein körperliches Befinden verunsichert. Er machte sich zunehmend Sorgen um die Zukunft. Herr Wedel führt die Beschwerden auf die einseitige Schreibtischarbeit und dem mangelnden körperlichen Ausgleich zurück.

    Im Beruf hatte ich halt ständige Schmerzen im Schulterbereich. Durch die Schreibtischarbeit hat sich eine gewisse Schonhaltung etabliert. Es war schwierig mit den Schmerzen einen normalen Schlaf zu finden. Gut drauf war ich nicht! Durch den Bandscheibenvorfall hatte ich Ausfälle in den Fingern, linke Hand. Ich habe mich sehr verunsichert gefühlt, was mein körperliches Befinden und so weiter betrifft.

    Seine Frau hatte die Idee mit der Reha. Daraufhin stellte Joachim Wedel zusammen mit seinem Arzt den Antrag. Er wollte in der Reha nicht nur die Symptomatik behandeln lassen, sondern seine Beschwerden ganzheitlich und nachhaltig angehen. Drei Wochen lang war er in einer ambulanten Rehabilitationseinrichtung und durchlief im Anschluss daran dort auch eine Nachsorge.

    Von den Behandlungen in der Reha hebt er insbesondere die psychologische Betreuung, die medizinischen Trainings, die Physiotherapie und die Gesprächsgruppen hervor. Er betrachtet die Behandlungen in der Rehabilitation und in der Nachsorge vor allem als Basis, auf der er nach der Rehabilitation zu Hause weiter aufbauen müsse.

    Das medizinische Training hat mir dahingehend geholfen, dass ich gemerkt habe: Es ist noch was da, es geht noch was. Es ist dann eine Basis da, auf der man aufbauen kann. Und was mir halt ganz gut gefallen hat: Da gab es einen Schnupperkurs für Nordic Walking. Da haben sie mich reingesteckt und das hat mir sofort gutgetan. Da habe ich gemerkt, das ist genau das, was ich für die Schultern brauche. Ich mache das jetzt noch.

    Für Herrn Wedel war die Reha ein "Augenöffner", um seine Beschwerden zu verstehen, anzugehen und seinen Lebensstil zu ändern. Besondern wichtig war für ihn die Reha-Nachsorge, da er dort die Effekte der Reha ausbauen und intensivieren und damit nachhaltig machen konnte. Beides bewirkte, dass er sich nun gesund und wieder belastbarer fühlt, obwohl die Beschwerden nicht vollständig beseitigt sind. Er hat aber gelernt, wie er auf Schmerzen reagieren kann. Für Joachim Wedel ist es die ganzheitliche Herangehensweise an das Gesundheitsproblem, die für ihn den Erfolg und die Wirksamkeit einer Reha ausmacht.

    Die Reha alleine, die drei Wochen, die hätten bestimmt keinen so nachhaltigen Effekt gehabt, wenn die Nachsorge nicht gewesen wäre. Die Reha, das war ein Augenöffner. Ich muss einfach sagen, ich hatte auch gewisse Defizite, was den körperlichen Ausgleich bei einem Bürojob angeht, was man da bräuchte. In der Hinsicht war es auf jeden Fall ein Augenöffner. Für Anfang 40 fühle ich mich so gesund, wie ich es nur sein kann.

    Herr Wedel ist vom Nutzen einer Reha überzeugt und empfiehlt sie Bekannten, denen es ähnlich geht. Er stellt dabei den gesundheitlichen Nutzen ganz klar über mögliche Hindernisse, die mit einer Antragstellung in Verbindung gebracht werden.

    Ich habe eine Bekannte, die hat im Lendenbereich Probleme und die hat schon überlegt: Ja, zwei Kinder, wie ist das und könnte ich Reha machen und sollte ich? "Reha machen!", habe ich gesagt. "Nee, mach das auf jeden Fall. Das mit den Kindern wird geregelt und das mit dem Verdienstausfall wird geregelt und überhaupt lässt sich alles regeln. Aber mach die Reha."

    Nach der Reha und der Nachsorge treibt er gegenwärtig regelmäßig Sport. In der Einrichtung hat er Nordic Walking für sich entdeckt und in seine Freizeitgestaltung integriert. Er arbeitet wieder Vollzeit in seinem Beruf.

    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
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    Anke Lehmann (50), Krankenschwester

    Anke Lehmann litt unter Depressionen und hatte einen Burn-out. Sie sieht den Zusammenbruch als das Ergebnis von jahrzehntelanger Überlastung. Im Jahr vor der Rehabilitation haben sich ihre gesundheitlichen Probleme massiv verschlimmert. Frau Lehmann hatte stressbezogene Zusammenbrüche und litt unter Schlafstörungen. Knie- und Rückenprobleme, Bluthochdruck und Übergewicht kamen über die Jahre hinzu. Bevor Frau Lehmann die Rehabilitation antrat, war sie über 10 Monate krankgeschrieben. Auf der Arbeit hatte sie Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Oft war es ihr nicht möglich eine beruflich professionelle Distanz zu wahren. Im freizeitlichen Bereich zog sie sich immer stärker zurück, war antriebslos, passiv und konnte sich für nichts mehr begeistern.

    Ich habe mich selber jahrzehntelang überlastet und bin dadurch krank geworden. Ich musste so viel weinen, auch auf der Arbeit, wenn etwas Schlimmes passiert war. Also beispielweise: Da liegt ein Patient im Bett, ist schwer an Krebs erkrankt und die Angehörigen stehen am Bett und weinen, weil sie traurig sind. Da musste ich einfach mit weinen. Ich musste dann aus dem Zimmer gehen, weil ich mit geweint habe. Ich hatte Probleme, mich abzugrenzen, die berufliche Distanz zu wahren.

    Während ihrer Krankschreibung begann Frau Lehmann eine Psychotherapie. Ihr Hausarzt regte die Reha an. Sie erwartete sich von der Reha eine weitere Stabilisierung ihres Gesundheitszustands und erhoffte sich Fertigkeiten zur Stressbewältigung und Distanzierungsfähigkeit zu beruflichen Belastungen zu erlernen. Für Frau Lehmann war das erklärte Ziel der Reha, Voraussetzungen dafür zu schaffen, wieder in ihren Beruf eingegliedert zu werden. Sie war für fünf Wochen stationär in einer psychosomatischen Reha.

    Anke Lehmann hat insbesondere die Gruppentherapie, insbesondere der Austausch mit anderen Patienten geholfen. Sie konnte während ihres Aufenthaltes in der Reha Gewicht reduzieren und Muskeln aufbauen. Sie schätzte vor allem die Möglichkeit, sich jemandem anvertrauen zu können und sie fühlte sich kompetent betreut und geborgen. Als besondere Wirkfaktoren nennt Frau Lehmann die eigene Offenheit, das Umfeld und den ganzheitlichen Ansatz der Behandlung. So wurde für sie ein Fundament geschaffen, ihre gesundheitlichen "Baustellen" zu Hause weiter zu bearbeiten. Sie hält sich nach wie vor an die ernährungstherapeutischen Empfehlungen und walkt regelmäßig.

    Man lernt sich noch einmal auf einer ganz anderen Ebene kennen. Reha ist kein Urlaub, es ist Arbeit. Man arbeitet mit sich und für sich, für den Körper und für die Seele.

    Eines ihrer persönlichen Reha-Ziele hat Frau Lehmann während ihres Aufenthaltes revidiert. Sie hat sich nach der Empfehlung des behandelnden Arztes im Abschlussgespräch entschlossen, nicht mehr in ihren alten Beruf zurückzukehren. Die beruflichen Anforderungen lassen sich nicht mehr mit ihrer Gesundheit vereinbaren und würden einer weiteren Gesundung im Weg stehen. Anke Lehmann beginnt nun eine Umschulung mit dem Ziel noch einmal etwas völlig Neues anzufangen. Für sie selbst war die Reha mehr als erfolgreich.

    Der Chefarzt hat sich bei dem Abschlussgespräch sehr, sehr viel Zeit für mich genommen und er hat mir eindringlich geraten, dass ich versuchen soll, aus der Akutpflege rauszukommen. Das halte ich keine 15 Jahre mehr durch. Darüber nachzudenken, war jahrelang keine Zeit, wenn man alleinerziehend ist und zwei Kinder hat. Aber meine Kinder sind jetzt aus dem Haus und stehen auf eigenen Beinen und ich finde, jetzt ist es auch mal an der Zeit, dass ich etwas für mich mache.
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    Tobias Jähne (53), Unternehmensberatung

    Tobias Jähne leidet unter schweren Depressionen, die zu einem Burn-out führten. Im Zuge einer Umstrukturierungsmaßnahme in seiner Firma verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen dramatisch. Herr Jähne litt zunehmend unter Panikattacken und Schlafstörungen. Immer wieder nahm er Arbeit mit nach Hause, was sich negativ auf sein familiäres Leben auswirkte. Die Beschwerden verstärkten sich weiter, Selbstvorwürfe und Zukunftsängste kamen hinzu. Aus Angst, die Arbeit zu verlieren, ließ sich Herr Jähne über lange Zeit nicht krankschreiben. Ein kompletter Zusammenbruch folgte bei dem Tobias Jähne sogar psychiatrisch betreut werden musste. In dieser Zeit kündigte ihm die Firma.

    Ich hatte auf einmal erhöhten Blutdruck, habe Atemnöte bekommen aufgrund von, ja, neuen fast täglich durchgeführten Leistungsüberprüfungen. Es war erforderlich fast täglich Bericht zu erstatten über Verkaufserfolge. Mir ist das Tempo, was dort abverlangt wurde, einfach zu schnell geworden. Ich habe viel Arbeit mit nach Hause genommen. Ich hatte Panik, dann Gespräche mit Kunden zu führen. Das ging dann so weit, dass ich im Büro Angst bekommen habe, zum Telefon zu greifen.

    Sowohl der Hausarzt als auch die behandelnde Neurologin drängten auf die Rehabilitation und unterstützten ihn bei der Antragstellung. Herr Jähne erhoffte sich durch die Reha die Akzeptanz seiner gesundheitlichen Probleme durch seine Familie. Darüber hinaus wollte er Distanz gewinnen zu den Dingen, die ihn belasteten und die er ursächlich für seinen Zusammenbruch sah.

    Tobias Jähne durchlief eine fünfwöchige stationäre psychosomatische Rehabilitation. Er hebt insbesondere die Einzel- und Gruppentherapien hervor, die ihm viele seiner Fragen zu seinen gesundheitlichen Problemen beantworten konnten und ihm gezeigt haben, dass es vielen weiteren Menschen ähnlich geht. Zusätzlich wurden seine Rückenprobleme behandelt. Herr Jähne lernte während seines Aufenthaltes, dass seine Beschwerden, die beruflichen Belastungen und die Probleme in der Familie nicht gesondert voneinander betrachten werden dürfen. Insbesondere Elemente aus der Achtsamkeits- und der Angsttherapie wendet er auch heute noch zu Hause an. Zusätzlich reserviert er jede Woche einen Tag komplett für sich selbst und besucht einen Pilateskurs, um den Reha-Erfolg in diesen Bereichen zu verstätigen.

    Aufgrund der Angsttherapie bin ich jetzt bewusster im Auffassen von Situationen, die sehr überraschend oder aufregend für mich sind. Egal, ob das Gespräche oder unerwartete Situationen im Alltag oder während der Arbeit sind. Da sage ich erst mal zu mir "Halt!" oder "Stopp!" und versuche noch nicht sofort zu reagieren, sondern erst mal auf meine Atmung zu achten und ganz ruhig durchzuatmen und während dieses Atmens über meine weitere Reaktion nachzudenken, dann erst zu sprechen oder etwas zu tun. Das hilft mir sehr. Und das zweite ist Ergebnis der Achtsamkeitstherapie. Da wurde empfohlen Achtsamkeitstage durchzuführen. Das mache ich jetzt einmal pro Woche. Da reserviere ich speziell den Tag nur für mich und halte die äußere Welt ein bisschen auf Abstand.

    Seelisch und körperlich fühlt sich Herr Jähne nun deutlich gesünder. Als Erfolgsfaktoren für seine erfolgreiche Rehabilitation nennt er den ganzheitlichen Ansatz der durchgeführten Therapien. Jedes seiner gesundheitlichen Probleme wurde von einem Spezialisten angegangen. Es war jederzeit für ihn spürbar, dass alle Professionen untereinander in fachlichem Austausch standen. Obwohl Tobias Jähne die Reha als sehr erfolgreich beurteilt, ist ihm in dieser Zeit aber auch bewusst geworden, dass die Reha zwar einen wichtigen Grundstein für seine Genesung gesetzt hat, er im Alltag aber weiter darauf aufbauen muss.

    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
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    Sabine Großmann (44), Groß- und Außenhandelskauffrau

    Sabine Großmann litt an einem Erschöpfungssyndrom und stand kurz vor einem Burn-out. Hinzu kam eine Vielzahl weiterer Erkrankungen, wie ein Bandscheibenvorfall und ein Magengeschwür. Als Hauptursache für diese seit fünf Jahren andauernden Beschwerden benennt Frau Großmann vorrangig ihre berufliche Situation. Dort sah sie sich sehr starkem Stress ausgesetzt, einerseits durch hohes Arbeitsaufkommen, andererseits durch eine Vielzahl qualifikationsfremder zusätzlicher Aufgaben und einen sehr langen Arbeitsweg. Hinzu kamen große familiäre Probleme. Frau Großmann zog sich immer weiter aus ihrem sozialen Leben zurück, litt unter starker Müdigkeit und wurde zunehmend mutlos. Sie war immer häufiger und für immer längere Perioden krankgeschrieben.

    Ich selber war einfach überhaupt nicht mehr fähig. Ich kam abends nach Hause und war einfach nur noch fertig. Ich habe gearbeitet und mehr war eigentlich nicht mehr drin. Ich stand kurz vor einem totalen Burn-out. Das war fünf vor zwölf. Und da hat mein Hausarzt gesagt: "Wenn wir jetzt nicht wollen, dass das richtig heftig wird und Sie wirklich ausfallen und überhaupt nicht mehr arbeiten können, machen wir das [die Reha] jetzt!".

    Ihr Hausarzt zog schließlich die Notbremse und riet Frau Großmann dringend zu einer Reha für psychosomatische Erkrankungen. Sie zögerte zuerst, da sie sich sorgte, dass sich noch mehr Arbeit im Büro durch eine erneute Abwesenheit ansammeln würde. Sabine Großmann war sechs Wochen stationär in einer psychosomatischen Reha.

    In der Reha wollte Frau Großmann Methoden zur Stressbewältigung erlernen und zusammen mit anderen Patienten und deren Erfahrungen neue Lösungsmöglichkeiten für ihre gesundheitlichen Probleme erarbeiten.

    Sie hebt für ihren Aufenthalt besonders die Gruppen- und Einzelgesprächstherapien, z. B. das Entspannungs- und das Achtsamkeitstraining hervor. Viel Freude hatte sie an den kunsttherapeutischen Kursen. Sie entdeckte hier ihr gestalterisches Talent. Dies und auch die Elemente der Achtsamkeitstherapie hat sie in ihren Alltag integriert. Durch eine Entzündung an der Achillesferse konnte Frau Großmann erst später in das bewegungstherapeutische Programm der Einrichtung einsteigen, hat aber trotz allem das Nordic-Walking und Pilates für sich und ihre Freizeitgestaltung entdeckt.

    Dieses auf sich selbst konzentrieren. Dass man wirklich einmal die Gelegenheit bekommt einfach für sich selber etwas zu tun. Letztendlich geht es darum, in sich reinzufühlen. Mir hat es unheimlich viel gebracht, in einer so tollen Gruppe zu sein. Man konnte sich über seine Probleme austauschen. Auch das Sportangebot fand ich unheimlich wichtig. Dass man auch wirklich dazu angeleitet wird, einfach mal Sachen auszuprobieren. Und ja, ich habe gemerkt, dass ich mich sehr gern künstlerisch betätige. Das macht mir einfach unheimlich viel Spaß.

    Für Frau Großmann war es eine sehr erfolgreiche Reha. Sie hat gelernt, wie sie Stress besser bewältigen und auf die Warnsignale ihres Körpers hören kann. Den Kontakt mit anderen Rehabilitanden und die ganzheitliche Behandlung ihrer gesundheitlichen Probleme benennt sie als persönliche Wirkfaktoren Sie wird die Dinge, die sie während ihres Aufenthalts erlernt hat, auch im Alltag weiter umsetzen, um die positive Wirkung länger zu erhalten. Die Probleme, Herausforderungen und der Stress auf Arbeit haben sechs Wochen lang auf sie gewartet. Sabine Großmann hat sich um eine neue Arbeit bemüht und tritt die neue Stelle demnächst an. Außerdem hat sie ihrem Mann, der ebenfalls stark unter arbeitsbedingten Stress leidet, zu einer Reha geraten und unterstützt ihn bei der Antragstellung. Sie sei durch ihre eigenen Erfahrungen auch sensibler gegenüber anderen Menschen und deren gesundheitlichen Belastungen geworden.

    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
    Erfahrungsbericht

    Erfahrungsbericht

    Walter Jensen (62), kaufmännischer Angestellter

    Walter Jensen leidet unter einem Spinalkanalsyndrom verursacht durch einen arthrotischen Lendenwirbel. Er hat starke Schmerzen und ist beim Gehen beeinträchtigt. Herr Jensen hat einen langen Leidens- und Behandlungsweg hinter sich. Dieser führte ihn über verschiedene Fachärzte bis in ein Schmerzzentrum, von dessen Mitarbeitern letztendlich die Rehabilitation angeregt wurde. Auf der Arbeit war Herr Jensen stark eingeschränkt und oft krankgeschrieben. Einen geplanten Wanderurlaub mit seiner Familie musste er schmerzbedingt absagen. Bei der Antragstellung wurde er von den Mitarbeitern des Schmerzzentrums unterstützt. Innerhalb weniger Wochen bekam er die Bewilligung für die Rehabilitation.

    Das ging auch recht schnell, innerhalb von wenigen Wochen war die Sache gegessen.

    Er durchlief eine dreiwöchige stationäre Rehabilitation. Von der Rehabilitation erhoffte er sich das Erlernen von Techniken, die ihm bei Schmerzbewältigung helfen. Eine komplette Beseitigung seiner Schmerzen betrachtete Walter Jensen von Anfang an als utopisch. Vielmehr stellte die Rehabilitation für Ihn eine letzte Chance dar, eine schmerzhafte Operation hinauszuschieben.

    Während der Reha profitierte Herr Jensen am meisten von den sportlichen Anwendungen, die zum Aufbau der Stützmuskulatur um betroffenen Bereichs durchgeführt wurden. Obwohl er auch hier unter Schmerzen litt, traten deutliche Verbesserungen ein. Sportliche Betätigungen, wie Nordic Walking, Training an Geräten und Schwimmen hat er heute in seinen Alltag übernommen.

    Das hat geholfen, ein bisschen mehr Energie zu kriegen und ich bin auch weiterhin dabei. Ich mache im Moment auch recht viel Muskeltraining an Geräten und, wenn es geht, Laufen, Nordic Walking, das tut ganz gut. Und Schwimmen, Schwimmen ist noch eine andere Möglichkeit, das hilft natürlich wunderbar, weil dann der ganze Körper entlastet ist.

    Seinen Erwartungen an die Rehabilitation haben sich erfüllt: Die Operation konnte vorerst abgewendet werden. Herr Jensen kann besser mit seinen Schmerzen umgehen und es trat eine Verbesserung der Beschwerden ein.

    Ich würde sie als erfolgreich bezeichnen, weil ich ja nicht mit der Intention hinging, dass die Schmerzen weggehen, sondern einfach nur da versucht habe zu lernen, mit den Schmerzen umzugehen. Und das hat schon zu einem gewissen Teil, zu einem großen Teil gefruchtet, muss ich sagen. Ich habe immer noch Kontakte zu einigen wenigen Patienten, die mit mir zusammen diese Reha gemacht haben und die meisten sagen, es hat im Grunde genommen nicht geholfen, irgendetwas zu eliminieren, aber sie sind alle der gleichen Meinung wie ich, dass die Reha geholfen hat, mit den Schmerzen umzugehen.

    Walter Jensen ist wieder körperlich aktiver geworden und hat die Angst vor Bewegungen verloren.

    * Hinweis: Name, Alter und Berufsbezeichnung wurden aus Gründen des Datenschutzes geändert. Das Foto zeigt nicht die reale Person.
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    Universität zu Lübeck
    Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie
    Prof. Dr. Matthias Bethge
    Sektion für Rehabilitation und Arbeit
    Ratzeburger Allee 160 ▪ 23562 Lübeck

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